L´TUR

Einfach günstiger Bahn fahren

Bild des Fernbahnhof Atocha. Foto: Frank Straeter

Städtereisen – Bahn und Hotel inklusive

Old school, aber smart: Pauschale Städtereisen inklusive Bahnreise, Hotel, Übernachtung & Frühstück sind immer noch ein guter Deal.

Städtereisen: Sobald man zu zweit mit der Bahn verreist und eine Übernachtung im Hotel ins Spiel kommt, ist man mit Pauschalangeboten von Reiseveranstaltern wie Ameropa, Dertour, der Deutschen Bahn selbst oder L‘tur in der Regel am preiswertesten unterwegs. Städtereisen inklusive Hin- und Rückfahrt mit ICE oder IC in der 2. Klasse, freier Zugwahl, Übernachtung mit Frühstück – mit Glück sogar in Vier-Sterne-Häusern – sind oft unter 100,00 Euro pro Person erhältlich. Kinder bis 14 Jahre fahren meist sogar noch gratis mit. Je nach Veranstalter sind manchmal sogar noch Goodies wie freie Nutzung des ÖPNV oder vergünstigte Eintritte in Museen und andere touristische Ziele inklusive. Für Bahncard-Inhaber gibt es darüber hinaus einen Preisnachlass. TUI , einer der ganz großen Veranstalter, hält sich bei Pauschalreisen mit der Bahn hingegen vornehm zurück und setzt auf Angebote mit Eigenanreise oder Städtetrips mit Fluganreise.

Warum Reiseveranstalter oft mit günstigen Angeboten glänzen, hat einen einfachen Grund: Sie kaufen bei Bahn und Hotels große Ticket- und Zimmerkontingente zu günstigen Konditionen ein, weil sie eine Grundauslastung garantieren – und weil der Wettbewerb groß ist, geben sie diese Vorteile an die Endverbraucher weiter. Das übrigens nicht nur im Internet, sondern auch über den stationären Vertrieb, also die Reisebüros.

Nachrechnen schadet trotzdem nicht. Denn ob ein Angebot wirklich günstig oder eher teuer ist, hängt nicht selten davon ab, wo die Reise beginnt. Der Grund: Pauschalen werden in der Regel auf Basis von zwei verschiedenen Entfernungszonen kalkuliert, nämlich bis 400 Km zum Zielort und über 400 Km zum Zielort. Folge: Beträgt die Distanz zum Zielort 401 Kilometer, wird der volle Zuschlag für die längere Entfernung fällig – und das sind bei den Bahn-eigenen Pauschalen immerhin satte 50 Euro pro Person. Fazit: Wer knapp jenseits des 400-Kilometer-Limits startet, sollte immer auch den Angebotspreis für die nächsten beiden Bahnhöfe abfragen und den Weg dorthin mit einem normalen Ticket überbrücken, wenn dadurch das 400-Kilometer-Limit unterschritten wird.

Berlin Kudamm mit Blick auf Breitscheidpülatz und Gedächtniskirche. Foto: Frank Sträter Kommunikation50 € pro Kilometer? Kann passieren!

Eine weitere Möglichkeit ist der Vergleich mit anderen Anbietern, denn nicht alle kalkulieren mit identischen Entfernungszonen. Mit Spartickets, einem Hotel-Knaller und viel Glück kann man Pauschalangebote mitunter zwar noch um ein paar Euro unterbieten. Aber der zeitliche Aufwand ist hoch und die spontane Zugwahl fällt flach, weil man bei solchen Deals immer auch die Zugbindung mit kauft. Berücksichtigt man dazu noch die entgangenen Goodies, schmilzt der Preisvorteil unterm Strich schnell dahin.
Und wer ist der günstigste Veranstalter? Schön, wenn mann's wüsste. Aber Preisstrategien und Ertragsmanagement sind bei den Veranstaltern Verschlusssache. Endgültige Antworten gibt es also nicht.